KOLUMNE


Anlageschwerpunkt Rohstoffe
Ein kurzer Einblick

Am Fondsstandort Luxemburg lässt sich weiterhin ein stetiges Interesse an Investitionen in Investmentfonds, deren Anlageschwerpunkt im Bereich von Rohstoffen (Gold, Silber, Kupfer etc.) liegt, erkennen. Im Folgenden soll Ihnen in Kürze dargelegt werden, welche Aspekte hinsichtlich einer Investition in Rohstoffe, hier am Beispiel Gold, zu beachten sind.


Bei der Auswahl oder Strukturierung eines Goldfonds muss initial festgelegt werden, wie die Anlagestrategie konkret ausgestaltet sein soll. Nicht jeder Fonds, der den Begriff „Gold“ im Namen trägt, hält unmittelbar physisches Gold im Bestand. Ich möchte dies am Beispiel eines Investmentfonds im Sinne von Teil I des Luxemburger Gesetzes vom 17. Dezember 2010 über Organismen für gemeinsame Anlagen in seiner jeweils gültigen Fassung („Teil I Fonds“) näher veranschaulichen.


Im Rahmen eines Teil I Fonds gilt es einige wesentliche Aspekte zu beachten. Der wichtigste Aspekt ist, dass physisches Gold kein zulässiger Vermögenswert in einem Teil I Fonds ist und dieses mithin nicht unmittelbar vom Fonds gehalten werden darf. Dies schließt eine Investition in Zielfonds, welche unmittelbar physisches Gold im Bestand halten dürfen, als unzulässigen Vermögenswert mit ein. Physisches Gold kann nur in einem Alternativen Investmentfonds gemäß Luxemburger Gesetz vom 12. Juli 2013 über die Verwalter alternativer Investmentfonds in seiner jeweils gültigen Fassung erworben werden.


Daher muss man bei einem Teil I Fonds von alternativen Investments Gebrauch machen. Eine solche Alternative wäre zum Beispiel der Erwerb von sogenannten 1:1-Zertifikaten, welche den Kurs des Goldpreises entsprechend 1:1 abbilden, in welchen jedoch keine Derivate eingebettet sein dürfen. Weiterhin muss die physische Lieferung von Gold in diesem Fall ausgeschlossen sein. Beim Einsatz solcher Zertifikate sei darauf hingewiesen, dass eine Risikostreuung sowohl auf Ebene der Emittenten solcher Zertifikate als auch auf der Ebene der Underlyings eingehalten werden muss. So wäre z. B. ein lediglich aus 1:1-Zertifikaten auf Gold verschiedener Emittenten bestehendes Portfolio zwar auf Ebene der Emittenten gestreut, nicht jedoch auf Ebene des Underlyings Gold. Der Anteil eines Rohstoffs als Underlying in Zertifikaten ist in einem Teil I Fonds auf 20 Prozent des Nettofondsvermögens beschränkt.


Eine weitere Alternative, mittelbar am Goldpreis zu partizipieren, stellen Investments an anderer Stelle der Wertstoffkette dar. Somit bietet sich die Möglichkeit, Aktien von Unternehmen zu erwerben, die dem verarbeitenden Gewerbe oder dem Handel mit Rohstoffen angehören.


Schlussendlich entscheidet jeder Investor individuell über die Ausgestaltung seines Investments im Bereich des Rohstoffs Gold und der hierauf bezogenen konkreten Anlagestrategie. Es sei jedoch darauf hingewiesen, dass man sich als Anleger darüber bewusst sein muss, dass der Preis des Basiswerts bei einem solchen Investment einer hohen Schwankungsintensität unterliegt und sich somit riskanter, aber auch chancenreicher gestaltet.


Sollten Sie diesbezüglich Unterstützung benötigen, steht Ihnen Hauck & Aufhäuser als qualifizierter Ansprechpartner stets zur Seite.

Jessica Micko
Rechtsanwältin

Hauck & Aufhäuser Privatbankiers AG


Tel: +352 451314-445
E-Mail: jessica.micko@hauck-aufhaeuser.com