KOLUMNE


Digitaler Vertrieb aus rechtlicher Sicht

Digitaler Vertrieb hat gerade in der jüngsten Vergangenheit mehr denn je Beachtung gefunden. Der Fokus hat sich in Bezug auf neue virtuelle Arbeitsmöglichkeiten, aber auch im Hinblick auf ökonomische Bedürfnisses dahingehend verändert, dass die Vertriebstätigkeit in Form des direkten persönlichen Kontakts in den Hintergrund getreten ist. Im Hinblick auf die Digitalisierung von Vertriebstätigkeiten bedarf es bei vielen Dienstleistern aktuell noch einiger Umstrukturierungsmaßnahmen – insbesondere in rechtlicher Hinsicht.

Wenn Dienstleister ihre Tätigkeiten digital anbieten, muss die Internetpräsenz für den Kunden transparent und sicher sein. Die Strategie und Erläuterungen der in diesem digitalen Umfeld zur Erbringung der vertrieblichen Dienstleistung eingesetzten Mittel sollte für den Kunden deutlich erkennbar und verständlich dargestellt werden. Hierunter fällt z. B. die Zuhilfenahme digitaler Konferenzräume und die Erläuterung von deren Nutzbarkeit für den Kunden. Zu beachten ist diesbezüglich auch der Umgang mit durch Kunden etwaig übermittelten personenbezogenen Daten, um solchen Konferenzräumen beizutreten.

In diesem Zusammenhang hat vor allem der Datenschutz eine wichtige Bedeutung. Spätestens nach der Einführung der Verordnung (EU) 2016/679 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 27. April 2016 zum Schutz natürlicher Personen bei der Verarbeitung personenbezogener Daten, zum freien Datenverkehr und zur Aufhebung der Richtlinie 95/46/EG („DSGVO“) ist allen Marktteilnehmern bewusst, welche erhöhten Anforderungen bei der Verarbeitung personenbezogener Daten zu beachten sind. Sollten z. B. beim Vertrieb von Investmentfonds personenbezogene Daten von Anlegern verarbeitet werden, reicht es nicht aus, den Anlegern lediglich die Einhaltung der DSGVO zu versichern. Es bedarf zusätzlich einer Einwilligung der (potentiellen) Anleger zur Verarbeitung ihrer Daten. Darüber hinaus sind die Anleger auf ihr Widerspruchsrecht im Hinblick auf die Verarbeitung ihrer personenbezogenen Daten hinzuweisen und auch, wie sie dieses Recht im Einzelnen ausüben können.

Ergänzend sind im Rahmen einer internetbasierten Präsentation digitaler Vertriebstätigkeiten unter anderem Aspekte des Urheberrechts, des Markenrechts und des IT-Rechts zu beachten. Sollten Sie innerhalb Ihres Unternehmens von der direkten Kundenansprache verstärkt in Richtung digitalen Vertrieb wechseln wollen, ist es somit notwendig alle damit einhergehenden Aspekte einer rechtlichen Begutachtung zu unterziehen.

Jessica Micko

Legal Counsel

Hauck & Aufhäuser Privatbankiers AG

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